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Film und Schule NRW

SchulKinoWochen NRW 2013

SchulKinoWochen NRW 2013 begeistern rund 83.000 Schülerinnen und Schüler

Die SchulKinoWochen NRW setzen ihre Erfolgsgeschichte fort: Auch die sechste Ausgabe lockte erneut rund 83.000 Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer zur besten Unterrichtszeit in die Lichtspielhäuser des Landes. Veranstaltet wurden die SchulKinoWochen NRW, die vom 17. Januar bis 6. Februar in 94 Kinos über die Leinwände liefen, von „VISION KINO – Netzwerk für Film- und Medienkompetenz“ und „FILM + SCHULE NRW“, einer gemeinsamen Initiative des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL) und des NRW-Schulministeriums.

Drei Wochen lang haben mehr als 120 Spiel-, Dokumentar- und Animationsfilme die Schülerinnen und Schüler aller Altersstufen dafür begeistert, im Kino über das Medium Film zu lernen. In über 1.000 Vorstellungen in den 72 teilnehmenden Städten warfen die Kinder und Jugendlichen einen Blick auf ferne Welten und fremde Kulturen, tauchten in reale und fiktive Wirklichkeiten ein und stärkten mit dem Kinobesuch und der Vor- und Nachbereitung des Gesehenen im Unterricht ihre Medienkompetenz. Zu allen ausgewählten Filmen war kostenloses Unterrichtsmaterial verfügbar. Und darüber hinaus standen auch in diesem Jahr Regisseure und Schauspieler, Experten und Filmpädagogen dem jungen Publikum direkt nach den Filmen Rede und Antwort.

Im Rennen um die Zuschauergunst der SchulKinoWochen NRW setzte sich mit „Ziemlich beste Freunde“ der erfolgreichste Kinofilm des vergangenen Jahres durch, der mit seiner ergreifenden Story das Schwerpunktthema „Inklusion“ auf charmante und eindringliche Weise visualisiert. Bei den jüngeren Zuschauern erfreuten sich besonders die Buchverfilmung „Sams im Glück“ und der Dokumentarfilm „Das grüne Wunder – Unser Wald“ großer Beliebtheit.

In Kooperation mit der Bundeszentrale für politische Bildung  richteten die SchulKinoWochen NRW mit Kinoseminaren in ausgesuchten Spielstätten einen weiteren Fokus auf den Umgang mit Vorbehaltsfilmen wie dem Propagandafilm „Jud Süß“ oder aktuellen kontroversen Produktionen wie dem mit mehreren Deutschen Filmpreisen ausgezeichneten Debütfilm „Kriegerin“. Auch die in Kooperation mit der Bundeszentrale für politische Bildung, den Medienzentren und weiteren Partnern durchgeführten Fortbildungen für Lehrer fanden große Resonanz.


SchulKinoWochen NRW 2013: Inklusion wird greifbar – SchülerInnen mit und ohne Behinderung gemeinsam im Kino

Können inklusive Filmvorführungen im Rahmen der SchulKinoWochen einen Beitrag zur Bewusstseinsbildung beim Thema Behinderung leisten? Zur Beantwortung dieser Frage führte FILM+SCHULE NRW gemeinsam mit dem Lehrgebiet Motorisch-körperliche Entwicklung und (neue) Medien und Technologien der TU Dortmund ein bundesweit einmaliges Pilotprojekt durch, das mögliche Einstellungsveränderungen von Schülerinnen und Schülern mit und ohne Behinderungen nach einem gemeinsamen Kinobesuch erfassen soll.

Beim Projekttag am 25.1.2013 sahen SchülerInnen aus Förderschulen und Regelschulen zunächst einen Film aus dem Programm der SchulKinoWochen im Kino sweetSixteen in Dortmund, das eines der wenigen barrierefreien Kinos in NRW ist. Im Mittelpunkt des Projekttages stand der Film „Vorstadtkrokodile“ (D 2009, Regie: Christian Ditter). In gemischten Workshops, betreut von Studierenden der TU Dortmund, ging es anschließend darum, sich in die jugendlichen Protagonisten des Films – darunter auch ein Rollstuhlfahrer – hineinzuversetzen. Der Tag startete jedoch für alle Beteiligten mit einer guten halben Stunde Verspätung, da eine Schülergruppe in Rollstühlen ausgerechnet auf dem Weg zur Inklusionsveranstaltung mit Barrieren am Dortmunder Bahnhof zu kämpfen hatte – nicht vorhandene Aufzüge und ausgefallene Rolltreppen.

Die SchülerInnen waren sehr angetan von dem Film und verloren danach beim gemeinsamen Frühstücken in den gemischten Gruppen ihre Hemmungen sehr schnell. Nach einem ersten spielerischen Stimmungsbild zum Film beschäftigten sich die Kinder mit der 5-Shot Methode, welche beim Erzählen einer Geschichte mit Bildern eine wichtige Orientierungshilfe zur Herstellung von Zusammenhängen bietet. Szenen aus dem Film wurden nachgestellt und fotografiert und so verschiedene Kameraeinstellungen ausprobiert. Jedes Kind hatte die Möglichkeit, in verschiedene Charaktere der Vorstadtkrokodile hineinzuschlüpfen. Als die Kinder ohne Behinderung die Rollstühle ausprobieren durften, die ein Sanitätshaus kostenlos zur Verfügung gestellt hatte, war das Eis vollends gebrochen und die Rolle des rollstuhlfahrenden Vorstadtkrokodils Kai plötzlich die beliebteste.

Grundlage der Workshops bildete das von FILM+SCHULE NRW erstmalig für heterogene Lerngruppen herausgegebene Begleitmaterial zum Film „Vorstadtkrokodile“. Es bietet Aufgabenstellungen auf verschiedenen Lernniveaus und befindet sich zurzeit in der Erprobungsphase. Ziel ist es, wirklich allen SchülerInnen geeignete Materialien an die Hand zu geben – z.B. Aufgabenstellungen in einfacher Sprache.

Im Rahmen ihres Studiums hatten sich die Studierenden in einem Kompaktseminar intensiv auf diese Aufgabe vorbereitet und im Vorfeld Interviews in den beteiligten Schulen durchgeführt, um die Einstellungen der SchülerInnen zu Menschen mit Behinderungen zu erfassen. Im Anschluss an die Veranstaltung werden erneut Interviews durchgeführt. Eine Kontrollgruppe aus drei 6. Klassen einer Hauptschule sah in einem anderen Kino ebenfalls den Film „Vorstadtkrokodile“ und wurde vorher und nachher zu ihren Einstellungen befragt, hatte aber keine Gelegenheit zur direkten Begegnung und Zusammenarbeit mit behinderten Schülerinnen und Schülern.

Ob tatsächlich eine Einstellungsveränderung durch gemeinsame Filmerlebnisse erreicht werden kann, wird begleitend zu diesem Projekttag von Dr. Ingo Bosse, TU Dortmund, untersucht.

Eine Videodokumentation des Projekttages steht ab April 2013 auf diesen Seiten zum Download zur Verfügung.


Filmkritikerwettbewerb im Rahmen der SchulKinoWochen NRW 2013 - Die Jury hat getagt

Meckern erlaubt, Lob auch! - unter diesem Motto fand im Rahmen SchulKinoWochen NRW ein Filmkritikerwettbewerb statt. Die Schülerinnen und Schüler sollten zu dem Film, den sie bei den SchulKinoWochen NRW gesehen haben, eine Filmkritik schreiben und diese bei uns einreichen.

Die Jury hatte die schwere Aufgabe, aus beeindruckend vielen Kritiken die Preisträger zu benennen. Aber nun stehen die Gewinner fest:
 

Der Trickfilmworkshop für die gesamte Klasse geht an:
Sina, Klasse 6b, Phoenix-Gymnasium, Dortmund

für ihre Kritik zu dem Film „Tomboy

Das war für die Jury eine Überraschung, dass diese sehr lebendig geschriebene und mit ansprechenden Formulierungen versehene Kritik aus einer sechsten Klasse stammt. Als Teaser eine Frage, die das Thema das Films auf den Punkt bringt, eine präzise, Neugier weckende Inhaltsangabe und eine wirklich persönliche Kritik, in der eigene Empfindungen und unterschiedliche Ebenen der Filmgestaltung reflektiert werden: Das alles gehört zu einer guten Kritik – und das alles haben wir in dem vielschichtigen Text von Sina gefunden!

Herzlichen Glückwunsch!
 

Der Kinobesuch für die ganze Klasse mit einem Filmschaffenden geht an:
Niklas, Lessing-Realschule Grevenbrück, Klasse 10 c

für seine Kritik zu dem Film: Almanya - Willkommen in Deutschland

Niklas von der Lessing – Realschule in Grevenbrück hat seine Kritik zu „Almanya – Willkommen in Deutschland“ sehr geschickt aufgebaut: Die Inhaltsangabe hält er wohltuend kurz, lässt dann aber in seine treffenden Beobachtungen zur Gestaltung des Filmes das eine oder andere aussagekräftige Beispiel einfließen. Auf diese Weise bleibt in seiner Kritik viel Raum für die kritische Würdigung des Films, Beobachtungen zu den Reaktionen im Publikum und wichtige Hintergrundinfos zur  Regisseurin. Niklas Kritik hat uns rundum überzeugt, so dass wir auf weitere Kritiken von ihm für www.spinxx.de hoffen!
 

Der Kinobesuch für die ganze Klasse geht an:
Julia und Gesine, Max-Planck-Gymnasium, Bielefeld, Klasse 9d
Für ihre Kritik zu dem Film: "Ziemlich beste Freunde"

Julia und Gesine haben mit ihrer Filmkritik zu „Ziemlich beste Freunde“ nicht nur das umgesetzt, was eine gute Kritik braucht, sondern für die eigene Begeisterung über den Film auch die richtigen Worte und die richtige Form gefunden. Die Kritik ist ausführlich, aber nicht ausschweifend und die Inhaltsangabe trifft in einer präzisen Sprache, die Lust auf mehr macht den Kern der Geschichte. Ihr Fazit: „Absolut empfehlenswert!“ gilt für uns auch für ihre Kritik! Hut ab!
 

Einen Sonderpreis bekommt:
Martin-Bartels-Förderschule Dortmund
für ihre Kritik zu dem Film: Tom Sawyer
DVD und Filmplakate zu dem Film Tom Sawyer

Dass der Film „Tom Sawyer“ den jungen Kritiker/innen von der Martin – Bartels – Förderschule richtig gut gefallen haben, konnten wir ihren engagierten Arbeiten entnehmen. Ihre Kritiken bringen lebhaft zum Ausdruck, wie spannend und unterhaltsam, aber auch humorvoll „Tom Sawyer“ ist. Besonders gut gefallen hat uns, dass die Schüler auch auf wichtige Gestaltungselemente wie zum Beispiel Parallelmontagen oder die Musik im Film hinweisen und auch eine Altersempfehlung geben. Gut gemacht!
 

Herzlichen Glückwunsch!

Allen, die sich an dem Wettbewerb beteiligt haben vielen Dank!

Der Wettbewerb fand in Kooperation statt mit www.spinxx.de und der filmothek der jugend nrw

PS: Natürlich stehen die Unterrichtshilfen für die Erstellung von Filmkritiken auch weiterhin zur Verfügung. Sie finden Sie incl. der Vorlage für die Schülerinnen und Schüler bei unseren Unterrichtsmaterialien.