Wir fördern Filmkompetenz. Film und Schule NRW

Film und Schule NRW

SchulKinoWochen NRW 2012

Kinosaal statt Klassenzimmer

Für mehr als 85.000 Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer hieß es vom 19. Januar bis zum 8. Februar 2012: Licht aus, Projektor an – der Unterricht beginnt. Sie waren zu Gast bei den SchulKinoWochen NRW 2012, die von „VISION KINO – Netzwerk für Film- und Medienkompetenz“ und „FILM + SCHULE NRW“ veranstaltet werden.

Schulklassen in allen Teilen des Landes strömten in 75 Städten in die 93 teilnehmenden Kinos und bescherten dem größten filmpädagogischen Angebot in Nordrhein-Westfalen einen neuen Besucherrekord mit über 10% Zuwachs gegenüber dem vergangenen Jahr. Projektleiterin Marlies Bak-Witjes erklärt den Erfolg den Angebots: „Die Lehrkräfte schätzen besonders, dass die Schülerinnen und Schüler im Kinosaal viel konzentrierter bei der Sache sind als im Klassenzimmer. Der Lerneffekt ist höher, wenn der Unterricht Spaß macht, und einen Film auf der Leinwand zu sehen, ist natürlich ein emotionales Erlebnis.“

Unter den 120 angebotenen Filmen, die allesamt mit pädagogischem Begleitmaterial ideal in den Unterricht zu integrieren waren, hatte die Erfolgskomödie „Almanya – Willkommen in Deutschland“ als meistgebuchter Film mehr als 10.000 Anmeldungen. Die Regisseurin Yasemin Samdereli war bei drei voll besetzten Vorführungen in Hamm und Dortmund zu Gast und stellte sich den zahlreichen Fragen der Schülerinnen und Schüler. Bei rund 40 weiteren Veranstaltungen konnten die Schulklassen auf Schauspieler und viele andere Filmschaffende treffen, sich mit ihnen austauschen und unmittelbare Eindrücke erhalten.

Auch das Kurzfilmprogramm sowie die in Kooperation mit der Bundeszentrale für politische Bildung, den Medienzentren und anderen Partnern durchgeführten Kinoseminare und Fortbildungen für Lehrer wurden äußerst positiv aufgenommen.


Filmkritikerwettbewerb im Rahmen der SchulKinoWochen NRW 2012 - Die Jury hat getagt

Meckern erlaubt, Lob auch! - unter diesem Motto fand im Rahmen SchulKinoWochen NRW ein Filmkritikerwettbewerb statt. Die Schülerinnen und Schüler sollten zu dem Film, den sie bei den SchulKinoWochen NRW gesehen haben, eine Filmkritik schreiben und diese bei uns einreichen.

Die Jury hatte die schwere Aufgabe, aus beeindruckend vielen Kritiken die Preisträger zu benennen. Aber nun stehen die Gewinner fest:


Der Trickfilmworkshop für die gesamte Klasse geht an:

Jasmin aus der Klasse 5a des St.-Ursula-Gymnasium Neheim
für Ihre Kritik zu dem Film "Gregs Tagebuch – Von Idioten umzingelt"

Begründung: Das war für die Jury eine Überraschung, dass diese sehr lebendig geschriebene und mit ansprechenden Formulierungen versehene Kritik aus einer fünften Klasse stammt. Jasmins Text zu „Gregs Tagebuch – von Idioten umzingelt“ wartet mit einem treffenden Teaser, einer unterhaltsamen Inhaltsangabe, die Thema und Geschichte gut beschreibt, und einer wirklich persönlichen Kritik, in der eigene Empfindungen und unterschiedliche Ebenen der Filmgestaltung reflektiert werden, auf. Da können wir uns Jasmins Resümee nur anschließen: Wir sind sehr gespannt auf die Fortsetzung!


Der Kinobesuch für die ganze Klasse mit einem Filmschaffenden geht an:

Stefanie von der Brückenschule Maria Veen, Reken
für Ihre Kritik zu dem Film: "Vincent will meer"

Begründung: Eine Inhaltsangabe, die zwar ausführlich, aber niemals ausschweifend das Thema umreißt; Ratschläge für die potenziellen Zielgruppen („Auf keinen Fall sollten ihn Menschen anschauen, die Action und große Effekte brauchen oder erwarten!“), das ehrliche Eingeständnis, dass es Handlungsstränge gab, die die Kritikerin teilweise nicht verstanden hat oder einfach nicht fesselnd genug fand, aber auch Lob für die Musik, die Darsteller und den Spannungsbogen. Das alles gehört zu einer guten Kritik – und das alles haben wir in dem vielschichtigen Text von Stefanie gefunden! Glückwunsch!


Die Teilnahme am Kritikergipfel gewinnt:

Sean von der Anne-Frank-Gesamtschule Havixbeck
für seine Kritik zu dem Film "Tom Sawyer"

Begründung: Der Teaser spricht die Leserschaft in einem individuellen Stil direkt an.  Die Inhaltsangabe trifft in einer präzisen Sprache, die Lust auf mehr macht, pointiert den Kern der Geschichte. Überzeugt hat uns aber vor allem die Kritik, aus der ein Verständnis für die Arbeit der Schauspieler, die Filmmusik und die Auswahl der Locations spricht. Sean hat mit seiner Filmkritik zu „Tom Sawyer“ nicht nur das umgesetzt, was eine gute Kritik braucht, sondern für seine eigene Begeisterung über den Film auch die richtigen Worte und die richtige Form gefunden. Hut ab!


Einen Sonderpreis bekommt:

Anne vom Konrad Adenauer Gymnasium Kleve
für Ihre Kritik zu dem Film: "Taste the Waste"

Begründung: Wenn in einer Kritik der Satz „ Ich gebe zu, ich war diesem Film gegenüber ziemlich misstrauisch – nicht zuletzt, weil wir ihn in der Schule gesehen haben“ fällt, dann weiß man als Leser, dass hier eine Kritikerin am Werk ist, die offene Worte nicht scheut. Anne hat der Dokumentarfilm „Taste the Waste“ offenbar gefallen. Die Inhaltsangabe ist kurz, aber sprachlich präzise, zur Abgrenzung zu den „normalen Filmen zu diesem Thema“ hätten wir zwar gerne noch etwas mehr gelesen, aber insgesamt ist die Botschaft ihrer „Taste the Waste“-Kritik klar und deutlich formuliert. Die Empfehlung an uns lautet: „Seht in Euch an wenn ihr Zeit habt!“ Das machen wir!


Herzlichen Glückwunsch!

Allen, die sich an dem Wettbewerb beteiligt haben vielen Dank!

Der Wettbewerb fand in Kooperation statt mit www.spinxx.de und der filmothek der jugend nrw

PS: Natürlich stehen die Unterrichtshilfen für die Erstellung von Filmkritiken auch weiterhin zur Verfügung. Sie finden Sie incl. der Vorlage für die Schülerinnen und Schüler bei unseren Unterrichtsmaterialien.