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Film und Schule NRW

SchulKinoWochen NRW 2016

Eröffnungsfilm der SchulKinoWochen NRW 2016: „Mein Herz tanzt“ (Foto: NFP)

SchulKinoWochen NRW 2016 mit neuem Teilnahmerekord beendet

Zum ersten Mal in der Geschichte der SchulKinoWochen NRW waren es mehr als 100.000 Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer, für die es in der Zeit vom 21.01. bis 03.02.2016 in einem der 109 teilnehmenden Kinos von Aachen bis Warburg hieß: „Film ab – wir lernen!“

112.000 Anmeldungen bescheren den SchulKinoWochen NRW einen neuen Teilnahmerekord. Das größte filmpädagogische Projekt des Landes, veranstaltet von „VISION KINO – Netzwerk für Film- und Medienkompetenz“ und „FILM + SCHULE NRW“, einer gemeinsamen Initiative des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL) und des NRW-Schulministeriums, bot in 82 nordrhein-westfälischen Städten spannenden Unterricht an einem außerschulischen Kultur- und Lernort.

Im Cineplex Münster eröffnete LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Thale mit dem symbolischen Schlagen einer Filmklappe die neunten landesweiten SchulKinoWochen NRW. Anschließend sahen sich rund 100 Schülerinnen und Schüler den israelisch-französisch-deutschen Film „Mein Herz tanzt“ an, der stellvertretend für viele Filme im Programm das Motto der SchulKinoWochen NRW 2016 aufgreift: „ZUSAMMEN leben. sehen. lernen.“ Der Film lenkt den Blick auf das manchmal komplizierte Zusammenleben verschiedener Kulturen. Anhand eines persönlichen Schicksals gibt er einen Einblick in den vom Nahostkonflikt geprägten Alltag jüdischer und palästinensischer Jugendlicher, ohne die bekannten Bilder von Krieg und Terror. Die Einführung in die nicht ganz leichte Thematik und das Filmgespräch nach der Vorführung übernahm Willi Haentjes, der 13 Monate Zivildienst im Westjordanland leistete und inzwischen Absolvent der renommierten Journalistenschule Axel Springer Akademie ist.

„Die SchulKinoWochen NRW ermöglichen mit ihrer Filmauswahl einen anderen Blick auf Menschen, die zunächst ganz anders zu sein scheinen, z.B. weil sie in einem anderen Kulturkreis oder in einem anderen politischen System leben oder auch weil sie eine Behinderung haben. Letztendlich geht es darum, die Verschiedenartigkeit jedes einzelnen Menschen anzuerkennen und wertzuschätzen“, so Dr. Barbara Rüschoff-Thale. Und sie ergänzte: „Entscheidend für den Erfolg der SchulKinoWochen sind daher nicht nur die hohen Teilnahmezahlen, sondern auch die Qualität des Programms. Schülerinnen und Schüler werden durch die SchulKinoWochen regelmäßig an Filmkunst jenseits des Hollywood-Mainstreams herangeführt und mit gesellschaftlichen Themen konfrontiert, die ihren Horizont erweitern.“

Dazu trugen unter anderem auch die Veranstaltungen „Kino für alle“ in Kooperation mit Studierenden der Rehabiltationswissenschaften der TU Dortmund bei: In vier Vorstellungen in Dortmund, Hamm und Münster haben sich rund 500 Schülerinnen und Schüler aus Regel- und Förderschulen sowie Inklusionsklassen, die sich vorher nicht kannten, einen Film angeschaut und hinterher in gemischten Workshops darüber ausgetauscht. Ziel ist es, durch die gemeinsame Beschäftigung mit Filmen Vorurteile abzubauen und einen weiteren Schritt hin zu „inklusiven SchulKinoWochen“ zu gehen.

Weitere Höhepunkte der SchulKinoWochen NRW waren die 40 Begegnungen von Schulklassen mit Filmschaffenden im Anschluss an ausgewählte Vorstellungen, die durch das NRW-Kulturministerium gefördert wurden. In der Filmpalette Köln war Wolfgang Groos, der Regisseur des erfolgreichsten Film der diesjährigen SchulKinoWochen NRW, bei zwei Vorstellungen von „Rico, Oskar und das Herzgebreche“ zu Gast. Der Drehbuchautor Martin Behnke, soeben mit dem Bayerischen Filmpreis ausgezeichnet, diskutierte im Cineplex Hamm über seinen Film „Wir sind jung. Wir sind stark.“. Die Schauspieler Fabian Busch und Marvin Linke waren zu Vorstellungen von „Er ist wieder da“ und „Ostwind 2“ im bambi Kino Gütersloh respektive der Filmbühne Bad Salzuflen. Und die Szenenbildnerin Isabel von Forster berichtete im CineStar Dortmund von den Dreharbeiten des Kinoerfolgs „Honig im Kopf“.

Darüber hinaus fanden in einigen Städten, teilweise in Kooperation mit der Bundeszentrale für politische Bildung, Kinoseminare mit renommierten Medienpädagogen zum Thema „Flucht, Vertreibung, Asyl“ sowie Filmgespräche mit Wissenschaftlern und Lehrerfortbildungen zur Filmbildung im Unterricht statt.