Info-Module zu den Themen Migration - Flucht - Asyl im Film

Filme konfrontieren unmittelbar mit fremden Schicksalen, sie sensibilisieren, machen betroffen, geben Denkanstöße und fördern den interkulturellen Dialog. Die Sprache der Bilder ist international, über sie kann Kommunikation auch stattfinden, wenn die Kenntnisse der deutschen Sprache noch rudimentär sind. Kein Medium ist so gut geeignet wie der Film, um sich der Lebenssituation von Flüchtlingen zu nähern, ihnen die Orientierung in der neuen Heimat zu erleichtern und über gemeinsame Filmerlebnisse den Zusammenhalt in der Klasse oder Lerngruppe zu fördern. FILM+SCHULE NRW bietet deshalb im Rahmen der Förderung von Filmbildung in der Schule Info-Module zur Unterstützung im Themenfeld Migration – Flucht – Asyl. Planen Sie eine regionale oder landesweite Fortbildungsveranstaltung zu diesem Themenfeld? Dann unterstützt FILM+SCHULE NRW sie gerne mit einem Info-Angebot im Rahmen Ihrer Veranstaltung.



Informationen zum Angebot

Zielgruppe: Veranstalter regionaler oder landesweiter Fortbildungsveranstaltungen im Rahmen der Lehrerfortbildung NRW

Dauer: ca. 2 Stunden

Kosten: FILM+SCHULE NRW trägt die Kosten für die Durchführung der Info-Module und stellt eine Referentin / einen Referenten.

Kontakt: Marlies Baak-Witjes, marlies.baak-witjes@lwl.org, 0251591-6864

Inhalt: Die Info-Module umfassen die Vorstellung und Besprechung exemplarischer Filmausschnitte und Unterrichtsmaterialien sowie einer weiterführenden Filmliste zum Themenkomplex. Je nach Thema und Zielgruppe der Veranstaltung vor Ort kann aus drei inhaltlichen Schwerpunkten gewählt werden:

1. Flucht und Ankommen

2. Orientierung in der neuen Heimat

3. Gemeinsam Film erleben

Inhaltliche Schwerpunkte

1. Flucht und Ankommen

Jeder kennt sie: die Bilder von Männern, Frauen und Kindern, die vor Krieg, Verfolgung, Hunger, Unterdrückung und Gewalt fliehen. Hinter all diesen Menschen steht eine persönliche Geschichte. Filme, die von Einzelschicksalen erzählen, heben die Anonymität der Menschen in den sogenannten „Flüchtlingsströmen“ auf und geben ihnen ein Gesicht. Die durch Filmbilder ausgelösten Emotionen können das Verständnis für die Situation geflüchteter oder zugewanderter Menschen fördern. Der Film „Die Piroge“ lässt  z.B. die gefährliche Fahrt afrikanischer Bootsflüchtlinge über das Mittelmeer, ihre Hoffnungen und Verzweiflung hautnah miterleben. Kinderfilme wie „Hoppet – der große Sprung ins Glück“ und „Rafiki – Freundschaft für immer“ vermitteln die Zuversicht, dass trotz der schlimmen Erlebnisse bei einer Flucht zum Ende doch noch alles gut werden kann.

Filme mit der Thematik Flucht eignen sich besonders für  Schulen, die bereits Willkommensklassen eingerichtet haben oder vor der Aufnahme von geflüchteten Kindern und Jugendlichen stehen und in den Regelklassen Empathie für die neuen Mitschülerinnen und Mitschüler fördern wollen.

Wegen der Gefahr, erlittene Traumata zu reaktivieren, sollten sie in Gruppen mit geflüchteten Kindern und Jugendlichen aber besser nicht oder nur nach sorgfältiger Prüfung zum Einsatz kommen.

 

2. Orientierung in der neuen Heimat

Filme können durch ihre Anschaulichkeit geflüchteten Menschen zeigen, was in der neuen Heimat anders ist als in der alten und damit die Integration fördern.

Informationen über die neue Heimat und deren kulturelle Eigenheiten vermittelt zum Beispiel die kürzlich mit dem Grimme-Preis ausgezeichnete Serie „Marhaba – Ankommen in Deutschland“, die mit fünfminütigen Videoclips in arabischer Sprache Hunderttausende von Flüchtlingen bei der Orientierung in der neuen Heimat unterstützt.

Besonders geeignet sind Filme, deren Sprachanteil in einfachem Deutsch oder auch der Herkunftssprache gehalten ist. Sie eignen sich dann besonders für den Einsatz in Willkommensklassen.

 

3. Gemeinsam Film erleben

Gemeinsame positive Filmerlebnisse fördern den Zusammenhalt in der Gruppe, Geschichten über Freundschaften, lustige Abenteuer sowie international bekannte Märchen können auch in sehr heterogenen Gruppen gemeinsam angeschaut werden.

Besonders geeignet hierfür sind sprachunabhängige Zeichentrickfilme, wie z.B. „Shaun das Schaf“ oder Märchenfilme, die auch aus den Herkunftsländern bekannt sind und deshalb einen hohen Wiedererkennungswert haben. Auch Filme in fremdsprachlichen Versionen oder mit Untertitelungen lassen sich zu diesem Zweck gut einsetzen.